Umfrage zum Thema ‚Startup und Innovation‘


Gerade auch für die ausländischen Studierenden der Hochschule-Rhein-Waal ein Thema.

 

Kleve/Kamp-Lintfort, Mai 2017. Das Zentrum für Forschung, Innovation und Transfer (ZFIT) hatte im Mai unter den Studierenden eine fragebogengestützte Umfrage zum Thema ‚Startup und Innovation‘ durchgeführt, die zu einigen interessanten Interpretationen anregt und gewisse Zusammenhänge vermuten lässt.

 

Die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) hat derzeit rund 6500 Studierende an ihren beiden Standorten Kleve und Kamp-Lintfort. Aktuell kommen 41% von Ihnen aus Nicht-EU-Ländern. 75% der Lehre wird auf Englisch angeboten. Der Fragebogen wurde auf Englisch und Deutsch bearbeitet, die Stichprobe hatte einen Umfang von 67 Personen, davon waren 43 (64%) Männer und 24 Frauen (36%).

 

Der größte Teil der Befragten befand sich im Alter zwischen 18-24 Jahre (51 Leute; 76%). In der zweitgrößten Gruppe mit 21% waren die Studierenden 25-30 Jahre alt.

 

Am häufigsten Vertreten war der Studiengang ‚Mechanical Engineering‘  (13; 19%), gefolgt von ‚Bio-Engineering (9; 13%) und ‚Bio-Science‘ (8; 12%). Dabei ist sicherlich erfreulich, dass gerade Studierende dieser Studiengänge und nicht nur aus den ‚klassischen‘ ökonomischen Disziplinen sich für das Thema interessieren, was die Bedeutung einschlägiger Kursangebote, gerade in diesen Fächern bestätigt und unterstreicht.

 

Fragt man nach der Staatsangehörigkeit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, so liegt zwar Deutschland (28; 42%) klar vorn; im Verhältnis zu der Gesamtheit aller Studierender an der Hochschule sind die Deutschen an der Umfrage aber klar unterrepräsentiert. Was die Frage nach dem Grund dafür aufwirft. Ob dies möglicherweise daran liegt, dass die Deutschen eher eine Festanstellung als eine selbstständige Arbeit bevorzugen, oder einfach die beruflichen Aussichten auswärtiger Studierender (mit geringen Deutschkenntnissen) hier schlechter sind, wäre – neben anderen möglichen Gründen - gegeben Falls näher zu untersuchen (vgl. dazu auch das Schrifttum bzgl. der sogenannten ‚Entrepreneurial Liabilities' im ethnischen Kontext). Weitere Nationen, die auf den Plätzen zwei, drei und vier lagen waren Indien, Brasilien und Malaysia (jeweils 4%), bemerkenswerterweise drei Nicht-EU-Staaten.

 

Befragt nach der Arbeitserfahrung verweisen die meisten Studierenden auf ein Praktikum (36 Personen, 54%), gefolgt von einer Teilzeitbeschäftigung (28, rund 42%). 22 Studierende (33%) haben Erfahrungen in einer ehrenamtlichen Tätigkeit gesammelt und 19% mit einer  Vollzeitbeschäftigung (28 Studierende). Lediglich 6 Personen hatten bereits Erfahrung als Selbständige (mehrfach Nennungen waren möglich). Die Frage, in wie weit eine gewisse Berufsvorerfahrung sich möglicherweise positiv auf ein Interesse an dem Thema ‚Startup und Innovation‘ auswirkt, wäre dabei näher zu betrachten.

Eine auf den ersten Blick erfreulich hohe Anzahl 64% (43) Studierende hätten gegeben Falls Interesse ein Startup aufzubauen. Diese Zahl wird aber möglicherweise dadurch relativiert, dass Studierende, die sich nicht für das Thema erwärmen konnten, erst gar nicht an der Umfrage teilgenommen habe (in wie weit, dass dann auch noch mit der Nationalität oder bspw. mit dem Geschlecht zusammen hängt, wäre evtl. weitere Untersuchungen wert).

 

Interessant und ein möglicher Hinweis auf etwaige Barrieren in Puncto Gründung, ist der Umstand, dass 14 Studierende (21%) angaben, schon Interesse an einer Gründung  zu haben, aber nur mit professioneller Unterstützung, wie diese u.  A. in Form der Gründungsberatung vom ZFIT angeboten wird (und speziell im Projekt IGNI vorgesehen ist).  Insgesamt 28 (65%) der 43 Studierenden, die in einer Gründung interessiert sind, waren dann auch in einem ‚Start-up Coaching ‚ des ZFIT interessiert und hinterließen direkt ihre E-Mail Adresse.

 

Die nähere Betrachtung, aus welchen Studiengängen die ‚Startup-affinen‘ kamen, zeigte wenig überraschend, dass diese zuvorderst aus dem Studiengang ‚Mechanical Engineering‘ (11 Studenten; 26%) kamen (dieser Studiengang stellte mit 19% auch die meisten Teilnehmer der Befragung). Die zweite Gruppe, derer die potentiell an einer Gründung interessiert sind, war demgemäß die Gruppe aus dem ‚Bio-Engineering‘ (5 Studenten; 12%), interessanter Weise gefolgt von ‚Industrial Engineering‘ und ‚International Taxation and Law‘ (jeweils 4 Studenten;  9%). In wie weit, Kenntnisse in Bereich Steuern und Recht einem potentielle Gründer Sicherheit für sein Vorhaben geben und ihn darin bestärken könnten, wäre sicher einen näheren, untersuchenden Blick wert. Dennnoch kommt möglicherweise durchaus den Studienrichtungen im Zusammenhang mit der Gründungsaffinität eine Bedeutung zu, da – wie angesprochen – Nicht-affine aus Desinteresse erst gar nicht teilgenommen hatten.

 

Befragt, was denn ihre Hauptmotivation wäre, wenn Sie ein Startup gründen würden, nannte der überwiegende Teil der Befragten die ‚Realisation der eigenen Idee‘ als Hauptgrund (im Durchschnitt 1.65 Nennungen bei allen Befragten, mehrfach Nennungen waren möglich), gefolgt von dem Wunsch, das zu tun, was man ,am Besten‘ kann (Durchschnitt 1.55) und der Aussicht ein höheres Einkommen zu erzielen (Durchschnitt 1.37).

 

Ein besonderes Schlaglicht, auf das im Rahmen des IGNI-Projekt anzubietende Kursprogramm, warf die Frage auf, in welchen Kompetenzfeldern die Studierenden Ihre ‚Startup-Kenntnisse‘ gerne vertiefen würden (wobei mehrfach Nennungen möglich waren).  Dabei standen die folgenden Optionen zur Wahl

 

☐ Entwicklung von Geschäftsideen 

☐ Kreativer Workshop

☐ Erfolg beim Pitch  

☐ Kundenverstehen

☐ Business Model Design        

☐ Projekt-Management                

☐ Digitalization                             

☐ Marketing

☐ Marktforschung                          

☐ Internationalisierung                 

☐ Web design                              

☐ Team Aufbau

☐ Management Konzepte        

☐ Recht für Gründer   

☐ Kapitalbeschaffung                  

☐ Controlling   

☐ IT- Management                    

☐ Andere …

 

Bemerkenswerter Weise wollten die meisten Studierenden ihre Kenntnisse in der ‚Entwicklung von Geschäftsideen‘ (12%), dem Marketing (11%), im Bereich der ‚Management Konzepte‘ und in einem ‚Kreativ Workshop‘ (7%) vertiefen, gefolgt von Projekt Management, Web Design, Team Aufbau, Recht für Gründer und Kapitalbeschaffung (6%). Wobei diese Ergebnisse auf jeden Fall im Kontext der Studienfächer der Befragten zu interpretieren sind, denn bei Studiengängen wie z.B. ‚Kommunikations- und Informationsdesign‘ oder ‚Medien-Informatik‘ sieht der gefühlte Bedarf möglicherweise anders aus.

 

Zweifellos sind alle genannten Bereiche wichtig für den Aufbau eines Unternehmens, in wie weit jetzt ‚weniger beliebte‘, aber dennoch erforderliche, Bereiche den Studierenden in einem didaktisch zeitgemäßen Konzept angeboten werden, das zudem noch von den Studierenden angenommen wird, ist eine Fragestellung, die das IGNI-Team zu beantworten hat. Ein möglicher Lösungsansatz ist der Einsatz von Business-Planspielen, bei denen im Spielverlauf gleich mehrere unternehmerische Kompetenzfelder abgedeckt werden.

 

Um auch für visuell-mediale Ansprache der Studierenden einige Hinweise zu erhalten, wurde noch danach gefragt welches Tier, welcher Begriff und welches Symbol mit dem Wort INNOVATION am ehesten assoziiert wird.

 

Es stelle sicher heraus, dass die meisten  Studierenden mit Wort Innovation ein Chamäleon (42%) verbinden, gefolgt von Schmetterling (21%) und Delfin (13%). Die Studierenden machten darüber hinaus auch andere tierische Vorschläge, wie z.B. Spatz, Schimpanse, Tintenfisch oder einen ‚blauäugigen, weißen Drachen‘.

 

Bei den Begriffen assoziiert mit dem Wort Innovation lag die ‚Rakete‘ (36%) vor dem  ‚Feuer‘ (21%) und dem ‚Rad‘ (16%). Weitere Alternativen waren ‚Pfeil und Bogen‘ und ‚Andere‘.  Rakete und Feuer ist für ein Projekt mit der Abkürzung IGNI recht dankbar, da sich daraus direkt ein passender Slogan ableiten lässt wie:

 

IGNItion – Fire: Startup your business like a rocket.

 

Von den zur Wahl gestellten Symbolen entschied sich die überwiegende Anzahl der Studierenden für die Nr. 2.

(1)

(2)

(3)

(4)

eigenes Bild

(5)


 

Bleibt nur zu wünschen, dass vielen Studierenden in absehbarer Zeit ein ‚Licht‘ aufgeht und zu einer tollen Gründungsidee führt.